Wenn du dich fragst, was es mit Hochsensibilität auf sich hat und ob du vielleicht auch hochsensibel bist, dann gibt dir der folgende Blogartikel Auskunft. Du wirst mehr über den Begriff und seine Historie erfahren, welche Merkmale zur Hochsensibilität zählen und schließlich thematisiere ich noch die Gaben und Herausfordungen, die vielleicht auch dir bekannt vorkommen.

Geschichte und Entwicklung des Begriffes "Hochsensibilität"

Bereits im Altertum war bekannt, dass sich Menschen in ihrer Empfindsamkeit unterscheiden. Entgegen der Meinung vieler Kritiker, Hochsensibilität sei eine Modeerscheinung, hat es seit jeher sehr sensible Menschen gegeben. Es gibt viele Theorien darüber, weshalb immer mehr Menschen empfindlich auf Reize reagieren. Während Empfindlichkeit im Sprachgebrauch negativ gefärbt ist ( “Jetzt sei doch nicht so empfindlich!”) so war Empfindsamkeit noch im 18. Jahrhundert sehr angesehen. Zur Zeit der Aufklärung gab es sogar eine Epoche der “Empfindsamkeit”. In dieser Zeit war es kein Makel Gefühle zu zeigen, sondern es gehörte viel eher zum guten Ton. Auch spielte Naturverbundenheit eine große Rolle, noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zur Zeit der Romantik. Umso mehr Zeit verging, umso mehr geriet aber die Naturverbundenheit und Gefühlsbetontheit in den Hintergrund.

 

Geschichte und Entwicklung des Begriffes Hochsensibilität

Es dauerte fast zwei Jahrhunderte bis die klinische Psychologin Elaine Aron aus San Franciso den Begriff Hochsensibilität  erstmalig Anfang der 90er in ihrem Buch ” The Highly Sensitive Person” (daher auch die Abkürzung HSP für hochsensible Menschen) verwendet hatte. Um die 2000’er Wende erschienen ihre Bücher erstmalig im deutschsprachigen Raum. Folglich wird der Begriff hierzulande erst seit ca. 20 Jahren wissenschaftlich diskutiert. Glücklicherweise erfährt der Begriff aktuell sehr viel Aufmerksamkeit und wird wohl auch erstmalig in der Geschichte in der breiten Öffentlichkeit diskutiert, womöglich weil sich so viele Menschen damit identifizieren können. Elaine Aron geht davon aus, dass etwa 20% der Bevölkerung hochsensibel sind. Das sind also weltweit mehrere Milliarden Menschen! Vielleicht hilft dir dieser Gedanke bereits ein wenig, dass du mit deiner Hochsensibilität absolut nicht allein bist. ♡

Was ist Hochsensibilität, Feder

Merkmale von Hochsensibilität

So verschieden die Menschen auch sind, in Aussehen, Sprache, Kultur und Lebensstil, so ähnlich sind sie sich doch in grundsätzlichen Wesensmerkmalen. Die erhöhte Empfindsamkeit ist so ein Wesensmerkmal , das in der gesamten Menschheit vorkommt. Aber was ist das nun konkret?

Fangen wir erstmal damit an, was es nicht ist. Hochsensibilität ist keine Krankheit, Störung oder Schwäche und wie bereits erläutert auch kein aktueller Trend.

Elaine Aron hat in ihrem Buch vier wesentliche Mermale von hochsensiblen Menschen mit dem Kürzel “DOES” zusammengefasst:

  • DDepth of Processing, gemeint ist damit die Verarbeitungstiefe von Informationen.
  • OEasily Overstimulated, aufgrund der vorhandenen Verarbeitungstiefe ist die persönliche Reizschwelle schneller erreicht.
  • EEmotional Reactivity and High Empathy, Emotionale Berührbarkeit und hohe Empathie

  • SSensitivity to Subtle Stimuli, Bewusstsein und Wahrnehmung von Feinheiten.
Was ist Hochsensibilität, Pusteblume im Sonnenuntergang

Gaben und Herausforderungen der Hochsensibiliät

Hochsensible Menschen besitzen extrem feine Antennen, mit denen sie ihre Umgebung, andere Menschen und Stimmungen wahrnehmen können. Doch nicht nur Stimmungen anderer Menschen, auch Stimmungen ausgelöst durch Musik werden intensiv wahrgenommen.

Neben der feinen Wahrnehmung verabeiten hochsensible Menschen komplexer. Dabei geht es nicht nur um äußere Reize (wie z.B. Lärm, Gerüche oder grelle Farben), sondern auch um innere Reize , ausgelöst durch eigene Gedanken, Gefühle oder Erinnerungen. Aufgrund der intensiveren Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen und Informationen liegt es nahe, dass sich hochsensible Menschen schneller reizüberflutet und überfodert fühlen und sie sich in ihren Gedanken schnell verlieren können. Mehr zu den Herausforderungen und wie du damit umgehen kannst, erfährst du im nächsten Blogartikel.

Hochsensibilität als Stärke nutzen

Zweifellos kann eine Reizüberflutung als hochsensibler Mensch belastend sein, doch zugleich birgt die Feinfühligkeit auch viele Gaben und Stärken. Sehr schön formuliert hat das Antje Sabine Naegeli in ihrem Buch Zwischen Begabung und Verletzlichkeit: “Niemand hat einen solch ausgeprägten inneren Tiefgang, eine so reiche Innenwelt wie ein hochsensibler Mensch. Es ist ihm gar nicht möglich, sich im Oberflächlichen, nur Gewöhnlichen zu bewegen. Er ist immun gegen konsumistische Glücksversprechen und äußere Scheinwerte und hat ein untertrügliches Gespür für alles, was Leben wahrhaft wertvoll macht. Er ist zutiefst schwingungsfähig. Das ist seine Grundverfassung. Seine Umgebung nimmt er wacher, detaillierter, differenzierter wahr als andere Menschen. Es entstehen immer wieder schöpferische Impulse in ihm, höchst kreative Gedanken und Gefühle.” Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass unter den Hochsensiblen sehr viele Künstler, Dichter und Musiker zu finden sind. Es ist für feinfühlige Menschen von großer Bedeutung sich kreativ zu entfalten und ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Was ist Hochsensibilität, Herausforderungen und Gaben, Wahrnehmung

Die Natur als wichtige Ressource für Hochsensible

Die Liebe und Verbindung zur Natur ist ebenso eine Sache, die alle Feinfühligen verbindet. Wiesen, Wälder, Flüsse, Berge und das Meer dienen als Entspannung und Kraftort. In der stillen Natur können wir unsere leeren Batterien wieder aufladen. Aber nicht nur die Stille, auch die Schönheit der Natur und der Inbegriff der Lebendigkeit spricht einen sehr sensiblen Menschen direkt an. So ist es zum Beispiel auch bei mir, ich liebe den Frühling über alles, weil es für mich das Sinnbild für das Erwachen und für den Neubeginn ist. Die Natur lehrt uns viel über das Werden und Vergehen, über Geduld und Akzeptanz sowie über das Geheimnis des Miteinanders. Somit ist die Natur eine bedeutende Ressource, der Erholungsort schlechthin für Hochsensible. Natur kann beruhigen, trösten und neue Impulse geben. Aus diesen Gründen biete ich auch ganz bewusst walk & talk Coaching (Verlinkung) in der Natur an.

Ich hoffe, du konntest schon einige interessante Schlüsse daraus ziehen und mehr über das Thema bzw. über dich erfahren. Falls du Feedback  oder weitere Fragen dazu hast, schreib mir gerne.

Deine Nadin

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